Asset-Quality-Review: notleidende Kredite sind jetzt definiert

Eine offene Fragestellung des kommenden Bilanztests bzw. des Asset Quality Review war die Definition von notleidenden Krediten (non performing loans) und Stundungsvereinbarungen (forbearance). Gestern, am 21.10.2013 hat die European Banking Authority (EBA) den finalen ITS-Standard zu diesem Thema veröffentlicht. Die dort konkretisierten Definitionen und zugehörigen Templates dienen dem übergeordneten Ziel einer einheitlichen europäischen Regulierung. Ab 31.12.2014 sollen die Banken entsprechende Daten im Rahmen des aufsichtsrechtlichen Financial Reportings (FinRep) regelmäßig an die Aufsicht melden. Dass diesen Vorgaben bereits heute eine zentrale Bedeutung zukommt, liegt an dem Bilanztest der EZB: Die Definitionen bilden auch die Basis für die Datenanalyse im Rahmen des sogenannten Asset Quality Review, den die EZB vor Übernahme ihrer Funktion als europäische Bankenaufsicht durchführt – so die Empfehlung der EBA.

Als notleidend werden Kredite, Schuldscheindarlehen und verzinsliche Wertpapiere kategorisiert, die Zahlungsprobleme mit > 90 Verzugstagen aufweisen oder bei denen eine Rückzahlung höchst unwahrscheinlich ist. Damit umfasst die Definition sowohl das Default-Konzept der CRR wie auch das Impairment-Konzept der internationalen Rechnungslegung (IFRS). Stundungsvereinbarungen liegen nach dem EBA-Standard dann vor, wenn die Bank dem Schuldner einen Teil oder den gesamten Teil der Forderung erlässt. Dabei kann es sich bei Stundungsvereinbarungen sowohl um performing als auch um non-performing loans (notleidende Kredite) handeln.

Entscheidend ist, dass mit den jetzt vorliegenden Definitionen ein zwar weicher, aber zumindest formal einheitlicher Trigger vorliegt, ab dem ein Engagement als notleidend gilt. Dies ist insofern wichtig, als nationale Rechtskreise hier unterschiedliche Definitionen angewendet haben. Zwar wurden diese Unterschiede durch die Vorgaben der CRR teilweise nivelliert. Nationale Spielräume blieben aber bestehen. Damit war auch der Trigger, ab dem Banken (notleidende) Engagements mit mehr Eigenkapital unterlegen müssen, unterschiedlich ausgeprägt. Mit der Vorgabe einer einheitlichen Definition verbessert die EBA die Vergleichbarkeit der Asset Quality europäischer Banken.

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