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Bank Funding

By definition, focused analysis results always depend on the factors taken into account. In this article, we will focus on main drivers explaining funding at a bank-specific level. Current trends suggest that Banks prepare for a switch from collateralised funding, such as Covered Bonds, to more unsecured funding.

To start, let us explore the following question: What is the ratio behind changing funding patterns?

From 2008 on most investors were looking for safe bank funding, if at all. Bank funding was mainly buy-side driven. Let us consider the following figures: European Covered Bond issues reached their peak in 2011, with a total of 370 billion US-Dollars. In addition to the market expectations, we understand regulatory uncertainty as a further driver which pushed secured funding. Specifically, Covered Bonds were expected to play a crucial role in fulfilling the requirements defined by the Liquidity Coverage Ratio. With respect to the final rules, Covered Bonds are still important. Their dominant impact, however, is balanced by alternative factors allowing to calculate an adequate Liquidity Coverage Ratio.

Between 2011 and 2013 the factors defining bank funding patterns changed: In 2013 the issuance of Covered Bonds fell back to a 2002 level. This break in the above-mentioned trend towards the 2011 peak occured even though the investors have been showing a stable demand for secured funding. What are the new drivers shifting the funding patterns to (relatively) more unsecured funding? Karlo Fuchs, Senior Director of Covered Bonds at S&P points out the following: First, banks focus more on deleveraging their balance sheets leading to less covered bonds. Second, banks are heavily working on meeting new targets set by the regulators, such as the Leverage Ratio and the Asset Encumbrance Ratio. In addition, regulatory grandfathering rules have the potential to wipe out parts of existing Additional Tier 1, in case a step up is combined with a call date and if the instrument does not fully comply with the criteria of Article 52 CRR.

We understand that these factors further push the issuance of unsecured debt in 2014/2015. The question if those instruments will be structured as Contingent Convertible Bonds will depend on the bank-specific funding mix and the tax treatment of those bonds, among other factors. Gerald Podobnik, Head of Capital Solutions at Deutsche Bank, weighs in on this topic in an FT article, stating that an “avalanche” of Additional Tier 1 contingent convertible bonds from European banks is expected in 2014 amid efforts to build capital buffers and boost leverage ratios. According to Dealogic data EU banks have issued a record 9.6 billion US-Dollars in CoCos to date in 2013; Podobnik expects up to 30 billion US-Dollars for 2014. The decisive factor for the final design of unsecured funding instruments will depend on bank-specific key indicators such as capital, leverage and encumbrance ratio.

Aktuell wird ein Insolvenzverfahren, speziell für Banken, auf europäischer Ebene institutionalisiert. Eines der wesentlichen Elemente des sogenannten EU-Resolution-Regime ist der Mechanismus, mit dem Eigen- und Fremdkapitalgeber künftig für Verluste der Bank haften (Bail-In).

Noch sind wesentliche Punkte im Verlauf der weiteren Verhandlungen des EU-Parlaments zu klären. Insbesondere ist noch nicht final geklärt, in welchem Umfang Banken künftig Bail-In-fähiges Eigen- und Fremdkapital vorhalten müssen. Zunächst soll diese für die Refinanzierungsstruktur der Banken nicht unwesentliche Frage von den nationalen Abwicklungsbehörden beantwortet werden. Die Grundlage bilden bankspezifische Kriterien wie Größe, Geschäftsmodell oder das mit dem Geschäft verbundene Risiko. 2016 ist eine harmonisierte Regelung durch die EBA vorgesehen.

Was bedeutet dies für die Refinanzierung der Banken?

Stand heute sind künftig neben den Eigentümern bzw. Aktionären insbesondere Investoren in unbesicherte Bankanleihen von den Verlusten betroffen, sei es in Form einer Umwandlung von Forderungen an die Bank in Eigenkapitalanteile (Debt-to-Equity-Swap) oder in Form eines Forderungsverzichts. In Konsequenz sind höhere Refinanzierungskosten zu erwarten: Beispielsweise beurteilt die Ratingagentur Moody’s die Regelung als “credit negativ”, da diskretionäre Ausprägungen der Bail-In-Regeln eine Beurteilung des Risikos für die Investoren erschweren. Die Investoren in unbesicherte Bankanleihen wiederum werden für ihre Haftung entsprechende Risikoaufschläge einfordern.

Besicherte Bankanleihen wie beispielsweise Repogeschäfte oder Covered Bonds sind nach dem aktuellen Stand der Diskussion grundsätzlich von der Haftungskaskade ausgenommen. Lediglich der Teil ausstehender Covered Bonds, der den Cover Pool übersteigt, ist Bail-In-fähig. Allerdings haben die Mitgliedstaaten die Möglichkeit auch diese Teile vom Bali-In auszuschließen, sofern die Papiere unter die Definition nach Artikel 52(4) der Richtlinie 2009/65/EU fallen. Covered Bonds werden damit nicht nur in Bezug auf die Aktivseite der Bankbilanz – die Papiere qualifizieren als Liquiditätspuffer und unterliegen ermäßigten Risikogewichten – sondern im Vergleich zu ungesicherten Bankanleihen auch als Refinanzierungsinstrument aufgewertet.

Entscheidend für die weitere Diskussion wird sein, inwiefern der Regulator von einer starren Verlustquote abweicht, die von den Aktionären und Gläubigern zu tragen wäre. Je nach Geschäftsmodell und Refinanzierungsstruktur könnten hierunter auch besicherte Bankenanleihen fallen. Die Zeichen deuten allerdings in eine andere Richtung: Nach Vorstellung des ECOFIN soll der Mindestpuffer bankindividuell definiert werden. Zudem haben nationale Abwicklungsbehörden den Freiraum die Haftungskaskade zu durchbrechen und bestimmte Refinanzierungsinstrumente von der Haftungsmasse auszuschließen, sofern der Mindestpuffer erreicht ist.

In den USA werden ähnliche Diskussionen geführt: Dort hat die FED am gestrigen Dienstag für systemrelevante Banken zwar die Grundzüge von Basel III beschlossen. Gleichzeitig sehen verschärfte Regulierungsansätze aber vor, dass diese Banken künftig eine Eigenkapitalquote in Höhe von bis 6% sowie 8% langfristige Verbindlichkeiten vorhalten. Im Insolvenzfall haften diese Instrumente, wie oben beschrieben. Dies würde einen direkten Eingriff in die Refinanzierungsstruktur von Banken bedeuten, die diese Auflagen bislang nicht erfüllen; aus der Erfahrung heraus ist damit zu rechnen, dass die strengen Vorgaben durch individuelle Ausnahmen “geglättet” werden.

In der Gesamtschau wird das Potenzial der Abwicklungs-Regime deutlich: Regulator und Aufsicht haben künftig die Möglichkeit unmittelbar und auch bei solventen Banken erheblichen Einfluss auf die Refinanzierungsstruktur zu nehmen. Trotz nationaler Wahlrechte verbirgt sich hinter dem Richtlinien-Entwurf ein weitreichender Eingriffs- und Gestaltungsspielraum der europäischen Aufsicht in Bezug auf die Größe, das Geschäftsmodell und die damit verbundenen Risiken. Ob unterschiedliche Geschäftsmodelle und bewährte Refinanzierungsstrukturen adäquat berücksichtigt werden, bleibt abzuwarten.

Gegenüber der Situation im Herbst 2008 hat sich die Liquiditätssituation der europäischen Banken wieder stabilisiert. Aktuelle Entwicklungen deuten aber darauf hin, dass die klassische Refinanzierungsstruktur europäischer Banken aufgebrochen ist. Demnach wird die marktbasierte Refinanzierung (wholesale funding) – insbesondere das Volumen unbesicherter vorrangiger Bankanleihen – künftig zurückgehen.

In den Jahren vor der Finanzkrise war der Anteil der längerfristigen marktbasierten Refinanzierung am Refinanzierungsmix europäischer Banken relativ stabil, ebenso die Verteilung unbesicherter Senior Debt und besicherter Covered Bonds, die etwa bei 60:40 lag. Dabei weisen einzelne Institute in Abhängigkeit des Geschäftsmodells große Unterschiede auf.

Seit der Finanzkrise hat sich das Emissionsvolumen auf den beiden Märkten verändert: Während der Markt für Covered Bonds auch nach 2008 relativ stabil blieb, ist das Emissionsvolumen unbesicherter Bankanleihen eingebrochen. Gegenüber 660 Mrd. EUR im Jahr 2007 wurden im Vorjahr nur noch 330 Mrd. EUR emittiert.

Die Ursachen für diese Entwicklung sind vielschichtig. Bonitätsschwache Banken spüren besonders deutlich die gestiegene Risikoaversion der Investoren. Hingegen liegt die Zurückhaltung bonitätsstarker Banken wohl eher an den gestiegenen Spreads aufgrund der Benachteiligung unbesicherter Anleihegläubiger; bei einem hohen Anteil an Covered Bonds besteht die Gefahr, dass im Insolvenzfall nicht genügend (frei) verwertbare Assets zur Verfügung stehen. So ist es im Zuge einer Krise aufgrund der Variabilität der zugrundeliegenden Deckungsstöcke durchaus möglich, dass 100 Einheiten Covered Bond-Finanzierung auf der Passivseite der Bank 200 Einheiten der Aktiva belegen. Bezogen auf die Assetklasse ist außerdem festzustellen, dass Senior Unsecured regulatorisch benachteiligt wird; beispielsweise ist eine Anerkennung als hochliquides Aktivum der Liquidity Coverage Ratio nicht möglich; im Rahmen der Restrukturierung von Banken ist zudem der Bail-in von unbesicherten Anleihen vorgesehen, womit Verluste an die Gläubiger weitergereicht werden. Auch plant die EZB von Banken begebene Anleihen ab März 2015 nicht mehr als Sicherheit für Zentralbankgeld anzunehmen, wenn diese ungedeckt und mit einer Staatsgarantie unterlegt sind. Dies gilt auch für Covered Bonds, sofern diese mit staatlich garantierten Bankanleihen unterlegt sind.

Von dem damit einhergehenden Rückgang des Emissionsvolumens unbesicherter Bankanleihen sind insbesondere bonitätsschwache Banken betroffen, da diesen Banken auch eine besicherte Refinanzierung nur eingeschränkt möglich ist. Aktuell wird dieses Defizit noch durch Liquiditätsmaßnahmen der EZB verdeckt. Aktuelle Daten weisen aber bereits darauf hin, dass sich dies mit dem Auslaufen der Maßnahmen für einzelne Banken ändern wird.

Ein Beispiel ist die geographische Verteilung der Rückzahlungen der 3-jährigen Refinanzierungsgeschäfte (LTRO), die von der EZB Ende 2011 und Anfang 2012 begeben wurden: Zu Beginn des Jahres 2013 wurden 200 Mrd. EUR an LTRO’s zurückgeführt. Allerdings sind die Ausleihungen über den EZB-Wochentender parallel dazu um 100 Mrd. EUR gestiegen; sofern durch Staatsanleihen und Pfandbriefe aus Kerneuropa abgesichert lockt der niedrigere Zinssatz von 0,4%. Der Nettoeffekt ist entsprechend gering. Zudem geht Barclays davon aus, dass italienische und spanische Banken nur etwa 10% bzw. 16% zurückgegeben haben. Wenn dem so ist, stammt ein Großteil der Tilgung und Umschichtung demnach von bonitätsstarken Banken der Kernstaaten Europas.

Auch das Ergebnis einer Studie des Beratungsunternehmens McKinsey zur Finanzierungslücke europäischer Banken deutet auf die Gefahr künftiger Liquiditätsengpässe hin. Demnach fehlen französischen Banken bis zu 433 Mrd. EUR an Einlagen, um die vergebenen Kredite zu refinanzieren. In Relation zur Bilanzsumme der französischen Banken relativiert sich dieser Betrag; der Anteil liegt unter 10%. Betroffen sind aber insbesondere griechische Banken. Diesen fehlen 21%, slowenischen Banken fehlen 19% und bei irischen Banken beläuft sich die Finanzierungslücke auf 11% der Bilanzsumme. Diese Liquiditätslücke wurde in der Vergangenheit vor allem auch durch die Emission unbesicherter Bankanleihen geschlossen. Wie oben skizziert, deutet die aktuelle Entwicklung von Markt und Regulatorik darauf hin, dass dies in Zukunft nur noch eingeschränkt bzw. zu nicht tragbaren hohen Kosten möglich ist.

In Konsequenz dieser Entwicklungen werden insbesondere bonitätsschwache Banken ihre Refinanzierungsstruktur grundlegend überprüfen müssen. Höhere Kosten für unbesicherte Anleihen wirken sich direkt auf das Geschäftsmodell aus. Sofern eine Anpassung schwierig ist und die Finanzierungslücke nicht geschlossen werden kann, müssen diese Banken gezielt Aktiva abbauen, um – bei veränderter Refinanzierungsstruktur –  die bisherige Kapitalstruktur aufrecht zu erhalten. Aufgrund des Mangels an erstklassigen Sicherheiten betrifft dies auch bonitätsstarke Banken – allerdings in geringerem Ausmaß.

Die Refinanzierung mittels Verbriefung bietet aktuell (noch) keine Alternative zu Covered Bonds und Senior Unsecured. Zwar zielt beispielsweise das Prime-Collateral-Securities-Programm der europäischen Finanzindustrie darauf ab, das Vertrauen der Investoren zurückzugewinnen. Aktuell ist dies aber noch nicht gelungen.