Archive

Tag Archives: Banks

On June 29, BIS published its 84th Annual Report. Following we show a summary concerning the evolution of worldwide Bank’s capital ratios:

  • CET1 average increased from 8,5% to 9,5% over the last year, based on fully phased in B3 rules
  • Capital shortfall of banks lagging capital decreased significantly to 82,5 billion EURO
  • Bost of capital ratios is driven by increase in bank capital, mainly by retained Earnings
  • Dividend to earnings ratio decreased to 33%

2014-06_Capital gra6-1

 

Given their contribution to higher bank capital so far, stable profits will be key to the sector’s resilience in the near future. On average, profits rebounded further from the crisis lows, but recovery remained uneven across countries.

Wie mit den Ergebnissen des Bilanz- und Kapitalstresstests umzugehen ist, benötigt noch die Abstimmung der europäischen Finanzminister. Voraussichtlich im Herbst diesen Jahres soll eine entsprechende Erklärung unterzeichnet werden.

Potenzielle Handlungsoptionen hatten wir bereits skizziert. Jetzt wird eine Weitere ins Spiel gebracht: die enge Integration des europäischen Finanzsektors. Dagegen wirken die bislang diskutierten Ansätze so unaufgeregt wie britischer „Afternoon Tea“.

Die supra-nationale Integration bedeutet, im Sprachduktus eines ranghohen EU-Vertreters, nichts anderes als “Kapital schnell von Norden nach Süden zu schieben“, konkret in der „Übernahme von spanischen oder italienischen Banken durch etwa deutsche oder österreichische Institute“. Wie realistisch dieses Szenario ist, liegt wohl entscheidend an der Zeitschiene, die einer solchen Integration zugrunde gelegt wird. Einen ersten Vorstoß plant die EU im Herbst: Derartige internationale Banken-Zusammenschlüsse sollen angesprochen werden, wenn die Finanzminister die oben genannte Erklärung diskutieren.

Der Zündstoff lieg in den Voraussetzungen einer solchen Integration. Die Wesentlichste ist sicherlich, dass diese erst dann realistisch erscheint, wenn die Stabilisierung nationaler Finanzsysteme erreicht ist. Dazu zählt, dass nationale Banken ein nachhaltiges Geschäftsmodell aufweisen, was aktuell auch bei mitteleuropäischen Banken nicht durchgehend der Fall ist.

Vor diesem Hintergrund wird deutlich, wie schwerwiegend der Ausgang des Gefechts von Schäuble und Asmussen ist: Es geht nicht nur darum, wer formal die finale Entscheidung zur Abwicklung von Banken trifft: die EU oder der (betroffene) Mitgliedstaat. Materiell geht es um die Frage, ob die EU die Macht bekommt, das europäische Finanzsystem über nationale Interessen hinweg neu zu gestalten. Besondere Brisanz hat dabei aus deutscher Sicht die bekannt kritische Haltung der EU gegenüber dem 3-Säulensystem Privat-, Genossenschaftlicher und Öffentlicher Banken.

Bereits heute sind Mechanismen zur Abwicklung betroffener Banken aktiv bzw. in Arbeit, um weitreichende strukturelle Veränderungen vorzunehmen. Beispielsweise können fortzuführende Geschäftstätigkeiten in eine sogenannte Brückenbank übertragen werden. Neben den bisherigen Eigentümern ist es dann – unabhängig von der bisherigen Rechtsform – auch weiteren Eigentümer möglich einzusteigen. Wer auch immer das Gefecht für sich entscheidet, die EU oder die Mitgliedstaaten. Die Zukunft des europäischen Finanzsystems und damit auch des Wirtschafts- und Währungsraums wird entscheidend davon geprägt sein.

Gary B. Gorton ist ein Experte auf dem Gebiet der Analyse von Finanzkrisen.

Um es vorweg zu nehmen: “Misunderstanding Financial Crises” ist eine fundierte Analyse, ein Gegenentwurf zum Mainstream der Analyse von Finanzkrisen. Gorton kommt zu klaren Aussagen: Ökonomen nutzen die falschen Daten und Modelle. Regulatoren verfehlen das Ziel eine stabiles Finanzsystem zu entwerfen. Als prominentes Beispiel wird der Dodd-Frank-Act genannt.

Der Autor zeigt auf und zieht klare Schlüsse:

Finanz- und Bankkrisen haben ihren Ursprung auf der Passivseite der Bilanz, den kurzfristigen Verbindlichkeiten. Wenn Unsicherheit über die Qualität der zur Besicherung dienenden Aktiva herrscht, ziehen Kreditgeber ihre Einlagen innerhalb kurzer Zeit ab.

Im Zuge der Finanzkrise 2007/2009 hat ein solcher Bank Run auf dem Interbankenmarkt stattgefunden. Betroffen war unter anderem der nicht regulierte Repo-Markt (Shadow Banking). Da es den betroffenen Banken nicht möglich war eine Anschlussfinanzierung einzugehen, mussten nicht refinanzierbare Aktiva am Markt mit Verlust verkauft werden. In Folge explodierten die Credit Spreads der Banken. Die Interbankenmärkte trockneten innerhalb kürzester Zeit aus.

Gorton arbeitet die wesentlichen Treiber krisenanfälliger Finanz- und Banksystems heraus: (1) Banken benötigen für ihre Refinanzierung risikofreie Sicherheiten, die es faktisch nicht gibt, (2) es herrscht keine Transparenz über die Qualität der Aktiva am Markt, (3) Deregulierung bzw. das hohe Volumen des Shadow-Bankings führt zu einem hohen Risikoexposure der Banken.

Eine direkte Regulierung der kurzfristigen Finanzierung auf Bankebene kann laut Gorton nur bedingt zur Stabilisierung des Finanz- und Banksystems beitragen. Vor allem wird die Rolle des Finanzsystems, ökonomisches Wachstum zu ermöglichen, konterkariert. Er fordert eine differenzierte Betrachtung und entwickelt die folgenden Ansatzpunkte: (1) Regulierung des Shadow-Banking-Systems sowohl in Bezug auf die Produktion von Sicherheiten (Verbriefungen) als auch in Bezug auf den Repo-Markt anhand gezielter Maßnahmen, (2) Sicherstellung der Unabhängigkeit der Zentralbanken.

In der Gesamtschau zeigt Gorton’s Analyse, dass das Shadow-Banking-System ein zentrales Element der Regulierung des Finanz- und Banksystems sein sollte. Ökonomisches Wachstum ist ohne das Shadow-Banking-System nicht möglich. Ein stabiles Wachstum basiert wiederum auf Transparenz und gezielter Regulierung und Überwachung dieses Systems.