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Tag Archives: Methodik

Die von den Aufsichtsbehörden geplante Comprehensive Assessment setzt sich aus zwei Teilen zusammen: Einem Bilanztest inkl. einer Asset Quality Review sowie einem darauf aufbauenden Stresstest. In Frage steht, nach welcher Methode die Analyse vorgenommen wird.

Die Methodik des Bilanztests 2013/2014 ist aktuell noch in Abstimmung zwischen der Aufsicht, Wirtschaftsprüfern und den beteiligten Banken. Bekannt ist aber bereits eine mögliche Ausprägung des Tests, da in der Vergangenheit bereits Comprehensive Assessments durchgeführt wurden. Ein prominentes Beispiel ist die im Jahr 2012 von dem Beratungsunternehmen Oliver Wymann (OW) im Auftrag der Spanischen Notenbank durchgeführten Analyse. Wir nehmen keine Beurteilung dieses Tests oder der zugrunde liegenden Annahmen vor. Vielmehr nutzen wir diese Daten, um eine der Methoden, nach der auch der kommende EU-weite Bilanztests 2013/2014 durchgeführt werden könnte, zu skizzieren.

Im ersten Teil des Comprehensive Assessments zielt die Spanische Notenbank auf die Neubewertung von Assets ausgewählter Portfolien. Im Zuge dieser Neubewertung werden bankspezifische Einschätzungen korrigiert. Es wird eine standardisierte Schätzung künftiger Verluste vorgenommen; dabei werden drei Module unterschieden:

  1. Abwicklungsfälle aufgrund ausgefallener Schuldner
  2. Laufende Engagements (performing loans)
  3. Notleidende Kredite (non-performing loans: wertberichtigte Kredite und in Zahlungsverzug geratene Kredite; Definition BaFin)

Um die (standardisierten) künftigen Verluste zu ermitteln, werden Änderungen bei den drei Komponenten PD (probability of default), LGD (loss given default) und EaD (exposure at default) vorgenommen. Die zugehörigen Bearbeitungsschritte gelten sowohl für laufende Engagements wie auch für notleidende Kredite. Bei Letzteren wurde in Bezug auf eine mögliche Gesundung zusätzlich konservativere Annahmen zugrunde gelegt, als von den Banken ursprünglich angenommen.

Im Folgenden werden die Bearbeitungsschritte für das Modul laufende Engagements skizziert:

Standardisierung der PD: Für jedes der sechs analysierten Portfolien (corporates, retail mortgages ect.) wurde ein Ratingmodell entworfen, um die bankspezifischen Daten einzuwerten. Um gleichzeitig bankspezifische Besonderheiten bzw. Risikofaktoren zu berücksichtigen, werden die PD’s entsprechend angepasst. Grundlage hierfür sind Daten, die von Wirtschaftsprüfern bereitgestellt werden. In einem weiteren Bearbeitungsschritt werden die PD’s auf ein standardisiertes makroökonomisches Szenario in der Ausprägung “base case” und “adverse scenario” gemappt.

Standardisierung der LGD: Auf Basis der makroökonomischen Szenarien bzw. der daraus abgeleiteten PD’s wird der LGD adjustiert; im Fall spanischer Banken stieg der LGD.

Standardisierung des EaD: Bei der Ermittlung des EaD werden unter anderem Tilgungsprofile, vorzeitige Rückzahlungen sowie mögliche neue Kreditengagements berücksichtigt.

Ausgehend von den Ergebnissen des Bilanztests ermittelt die Spanische Notenbank in einem zweiten Schritt, ob einzelne Banken eine Kapitallücke aufweisen. Hierzu werden die künftigen Verluste der künftigen Verlustabsorptionsmasse (u.a. Eigenkapital) gegenübergestellt.

Mit Blick auf das EU-weite Comprehensive Assessment wird deutlich: Der Umfang in dem Banken sensible Daten zur Verfügung stellen müssen, ist enorm. Diese Daten sind zu validieren, zu verarbeiten und auszuwerten. Um eine adäquate Qualität der Analysen sicherzustellen, stehen die Beteiligten, insbesondere die EU-Aufsichtsbehörden, vor weiteren Herausforderungen: Zum Einen gilt es eine Vielzahl von Detailfragen zu klären, bspw. zu der Methode, nach der ausgehend von einer Stichprobe die Bewertung eines gesamten Portfolios vorgenommen werden soll. Zum Anderen sind EU-weit unterschiedliche Definitionen von Begriffen wie non-performing loans ebenso zu berücksichtigen wie eine national unterschiedliche Abschreibungspraxis in Auslegung des IAS 39.

Die Diskussion möglicher Konsequenzen aus festgestellten Kapitallücken ist verfrüht. Interessant sind aber die alternativen Lösungsansätze: Neben zusätzlichem Kapital oder Garantien zählt hierzu beispielsweise auch die Verbriefung von Assets. Am wahrscheinlichsten erscheint uns die gezielte Auslagerung kritischer Assets in eine Bad Bank, verbunden mit einer Restrukturierung bzw. ggf. Abwicklung der betroffenen Bank. Wir werden dieses Thema unter dem Stichwort “Sanierungsplan” aufgreifen; aktuell arbeiten die 39 von der EBA aufgeforderten EU-Banken daran ihren nationalen Ausichtsbehörden entsprechende Pläne bis zum Jahresende 2013 vorlegen zu können. 

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Auszug aus dem Uniform Bank Performance Report (UBPR; Federal Financial Institutions Examination Council): Expert Model for Assessing Asset Quality 08-2013_AQR_Expert Model_UBPR

Asset quality is a critical part of your financial analysis of an institution because it directly impacts the evaluation of other components such as capital, earnings, and liquidity.  Asset quality often weighs heavily on conclusions regarding management and a bank’s overall condition.

This expert model provides guidance for completing two analyses for asset quality:

  • An off-site analysis of UBPR data, which involves three steps:
  1. Review the balance sheet structure
  2. Identify the types and levels of off-balance sheet items
  3. Analyze the levels and trends of key ratios
  • An on-site analysis, in conjunction with the examination team, to follow up on off-site concerns and review the bank’s assets for credit risk.  This includes analyzing three additional ratios that are computed once the asset review team determines adverse classifications.